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BETTY BLOCH (1965*)


DIE WELTENBUMMLERIN...


Der Weltenbummlerin Betty Bloch begegnet man selten in der Schweiz, hier in Zürich jedoch hat sie Kindheit und Jugendzeit verbracht, dann das Studium der Philosophie und der klassischen Philologie an der Universität Zürich aufgenommen. Sie studierte in Zürich, Jena und an der Columbia University in New York. Früh lockt sie das Ausland, in der Freundschaft zum begabten Anthropologen Bengt Danielsson wird daraus Fernweh. Betty Bloch kehrte der Schweiz den Rücken und folgt ihrem Lebensgefährten nach den Inseln des pazifischen Ozeans auf der südlichen Hemissphäre. Heute lebt sie mit ihm auf einer der Laguneninsel, Tonga, nicht weit der Fidschi Inseln.


...UND DIE VERLEGERIN DER KRAPPLACK EDITION : EINE JUGENDFREUNDSCHAFT!


Die Krapplack Edition und Betty Bloch verbinden Erinnerungen an die turbulente Zeit der Adoleszenz, Verlegerin und Literatin wuchsen in derselben Stadt auf und waren Freundinnen. Auf diese Zeit geht ein reger Briefwechsel zurück, beide Freundinnen besorgten damals die Briefpost selbst, zu Fuss, oder mit dem Fahrrad. Die Krapplack Edition publiziert die ersten drei Romane, die während der Studienjahre in Zürich entstanden sind. Es war im Anfang der Zettelkasten einer jungen Dichterin, das Phantastische als Fragment, was keiner zwingenden Strukur bedarf. Mit viel philologischer Akribie fügt Betty Bloch dies zu einem spannenden Text und schliesst mit einem Epilog. Ohne Sinn und Bedeutung ist kein gültiger Text. Inhalt der Romane ist die Liebesbeziehung, das ganz private Abenteuer der Moderne. Wie Traum und Geträumtes sich zueinander fügen so bleibt eine hoffnungsvolle Unvollständigkeit dem Frühwerk der jungen Schriftstellerin haften.


BETTY BLOCH'S WERKE :


Der Roman "Späte Liebe" beinhaltet zwei Romane. "Späte Liebe" ist die Fortsetzung des ersten Romans "Alexander". Die Kindheit und Jugendzeit Alexanders wird in Phasen traumatischer Erinnerung aufgezeigt. Die ehemals intakte bäuerliche Familienstruktur wird durch den Ausbruch der Geisteskrankheit der Mutter in der Adoleszenzphase des Alexander aufgebrochen. Der tyrannische Vater erleidet zufälliges Unglück und Grossmutter und Sohn scheitern an der Last, den Hof zu verwalten. Der Zerfall des Bauernstandes wird in kurzen Sequenzen reflektiert. Alexander begibt sich nach der Stadt und auf den Weg zu einem neuen Selbstbewusstsein. Dort begegnet er seiner Jugendliebe, Helene, wieder. Sie diente auf dem Hof, nachdem die Mutter in die psychiatrische Heilanstalt eingewiesen worden war. Das Debüt der Romanschriftstellerin ist scheinbar ein Entwicklungsroman. Er spiegelt die Kindheit und Adoleszenz als Zerrbild, oder wie das Gesicht des Narziss auf einer nur unruhigen Wasseroberfläche im schattigen kühlen Hain. Nichts ist wahr und will es doch sein.


Der Roman "Dialoge" schildert in Episoden wiederum Liebe und Liebesabenteuer, oder was darin gründet, die Sehnsucht. Die Begegnungen der Liebespaare sind kurz, oder wie eine Traumsequenz. Das Zwiegespräch breitet sich wie Schweigen aus, ist bald der einsame Gedank der Liebenden. Die Handlung indessen hat nur das Intérieur der Wohnung, den Stadtpark, mal das Foyer des Hotels, oder die Strassenkreuzung zum Schauplatz. Die Paare scheinen bald ungleich, bald entfremdet und treffen sich scheinbar nie mehr. Die erzählte Zeit ist bald die historische, dabei doch imaginiert und nur vorgestellt.


Die Kurzgeschichten "Amerika" entstanden in rascher Folge. Betty Bloch tritt hier wie der Schauspieler in unterschiedlichem Kostüm auf der Bühne des Theaters auf, mal im historischen, mal im zeitgenössischen Gewand. Ihren Monolog führt sie über wenige Zeilen, dann Seiten und zeichnet dabei eine Situation mit ihrem historischen Konflikt, da privates Leben in seinen Möglichkeiten enttäuscht wird. Die Protgagonisten halluzinieren ein anderes Leben, oder glauben, es könnte sein. Europa trennt die weite See, unendliches Meer von Amerika, wohin der Gedanke der Hoffnung führt. Die Erzählerin führt die Feder des armen gichtkranken Gelehrten in einem Brief an den Freund, der das Abenteuer auf der See sucht, dann spricht sie mit der junge Stimme der aus Ausschwitz deportierten Arbeiterin in einer der vielen Fabriken Deutschlands während des Faschismus. Der Leser mag über den Textrand der Erzählungen hinaus nach einer Wirklichkeit forschen, die zur Imagination dieser Trauma geführt hat.